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    Nature Restoration Law Titelbild der renaturierte Isel.

    EU Nature Restoration Law (NRL): Bedeutung für Österreichs Flüsse und IRIS

    EU Nature Restoration Law (NRL): Bedeutung für Österreichs Flüsse und IRIS

    Am 18. August 2024 trat das EU Nature Restoration Law (Renaturierungsgesetz) in Kraft. Ziel des Gesetzes ist es, bis 2030 auf 20% der europäischen Land- und Meeresfläche Renaturierungsmaßnahmen einzuleiten. Dies ist ein bedeutender Schritt, da sich rund 80% der europäischen Lebensräume derzeit in einem schlechten Zustand befinden. Mit dem Nature Restoration Law verpflichten sich die Mitgliedsstaaten, nationale Renaturierungspläne mit Strategien zur Renaturierung von Land und Gewässern zu entwickeln.

    Für Europas Flüsse bedeutet dies, dass bis 2030 insgesamt 25000 km renaturiert und zu frei fließenden Flüssen (Free Flowing Rivers, FFR) werden sollen. Zusätzlich soll ein weitgehend ungestörter Geschiebehaushalt sichergestellt werden und Fische und andere Lebewesen sollen sich freier bewegen können.

    Als wegweisendes Flussmanagement-Projekt mit innovativen Strategien und Konzepten, die das gesamte Einzugsgebiet eines Flusses betrachten, ist das IRIS-Projekt ein wichtiger Baustein, um die ambitionierten Ziele des Nature Restoration Laws in Österreich umzusetzen.

    Was sind Free Flowing Rivers?

    Free Flowing Rivers sind Flüsse bzw. Flussabschnitte, die frei fließen können. Sie werden durch keine größeren Hindernisse eingeschränkt und sind gut mit ihrem Auengebiet verbunden. Wasser, Sediment, Fische und andere Organismen können sich frei bewegen und es entstehen gesunde, dynamische und artenreiche Flusslandschaften.

    Heute befinden sich allerdings nur weniger als 50% der österreichischen Flüsse in einem guten ökologischen Zustand. Es gibt nur wenige Abschnitte, in denen unsere Flüsse frei fließen können und die natürlichen Prozesse im Fluss werden durch zahlreiche Barrieren stark beeinträchtigt. Zu solchen Barrieren gehören zum Beispiel Querbauwerke wie Dämme, Wehre oder Wasserkraftwerke, aber auch Hindernisse entlang des Flussufers wie Uferverbauungen und Hochwasserschutzdämme, sowie vertikale Barrieren wie Sohlpflasterungen. All diese Hindernisse verändern die Strömung und den Verlauf eines Flusses und beeinflussen sein Verhalten zum Beispiel in Zeiten von Hochwasser und Trockenheit. Zudem schränken sie die Bewegung von Fischen und anderen Lebewesen entlang eines Flusses stark ein.

    Gesunde Flusslandschaften für Mensch und Natur

    Free Flowing Rivers haben aber nicht nur ökologische Vorteile. Denn gesunde Flusslandschaften schützen uns zum Beispiel auch vor Hochwasser und sind attraktive Erholungsräume, in denen wir der Natur ganz nah sein können.

    Damit geplante Renaturierungsmaßnahmen erfolgreich sind, ist es wichtig, nicht nur einzelne Flussabschnitte zu berücksichtigen, sondern das gesamte Einzugsgebiet. So muss zum Beispiel sichergestellt werden, dass Wanderhindernisse unterhalb der Free Flowing River Abschnitte für Fische passierbar sind, damit diese die frei fließenden Abschnitte überhaupt erreichen können. Fische wandern oft kilometerweit flussauf- und flussabwärts, um geeignete Laichplätze zu finden, Nahrung zu suchen oder sich an saisonale oder ökologische Veränderungen anzupassen. Unüberwindbare Wanderhindernisse sind einer der Hauptgründe dafür, dass in Österreich rund die Hälfte aller Fischarten stark gefährdet sind. Denn solche Hindernisse verhindern häufig, dass die Tiere geeignete Lebensräume erreichen.

    Was hat das Nature Restoration Law mit IRIS zu tun?

    Free Flowing Rivers brauchen Platz und Flüssen mehr Raum geben, ist auch das Ziel von IRIS. Durch den integrativen Ansatz des Projekts werden im IRIS-Projekt außerdem nicht nur die jeweiligen Flüsse, sondern das gesamte Einzugsgebiet berücksichtigt, um sicherzustellen, dass verschiedene Maßnahmen entlang eines Flusses nicht widersprüchlich sind. Mit dem Planungsinstrument GE-RM (Gewässer Entwicklungs- und Risikomanagement Konzept), das im IRIS-Projekt getestet wird und der Ausweisung sogenannter Gewässerentwicklungskorridore schafft IRIS eine wichtige Planungsgrundlage für die Wiederherstellung frei fließender Flussabschnitte.

    FAZIT: IRIS steht im Einklang mit dem Nature Restoration Law und stellt mit seinen integrativen Ansätzen eine wichtige Grundlage für die Umsetzung der im NRL verankerten Ziele dar.

    Photocredits: Bernhard Schubert.

    LIFE IP IRIS: Von der Planung zur Lebensraum­verbesserung

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