Flüsse brauchen Raum – und Auen auch

Vernetzungstreffen Arbeitskreis Auenstrategie Österreich in Lienz

Flüsse brauchen Raum – und Auen auch

Vernetzungstreffen Arbeitskreis Auenstrategie Österreich in Lienz

35 Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis kamen im April in Lienz zusammen, um beim Vernetzungstreffen des Arbeitskreises Auenstrategie gemeinsam an der Zukunft österreichischer Flusslandschaften zu arbeiten. Das gemeinsame Ziel: unseren Flüssen und Auen wieder mehr Raum geben und gesunde Flusslandschaften fördern.

Gruppenfoto der Teilnehmenden beim Vernetzungstreffen Auenstrategie Österreich in Lienz mit EU-LIFE-Fahne

Auenstrategie Österreich: Mehr Wasser für gesunde Auen

In vielen Flusslandschaften sind Auen und Fluss heute kaum noch miteinander verbunden. Wie bringt man mehr Wasser in die Auen – und was steht dem im Weg? Genau um solche Fragen ging es beim Vernetzungstreffen in Lienz.

Grundverfügbarkeit und Finanzierung bleiben zentrale Herausforderungen. Doch es gibt konkrete Lösungsansätze: Der Gewässerentwicklungskorridor als Instrument zur Flächensicherung wurde von allen Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen. Er könnte künftig eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, Flüssen und Auen wieder mehr Raum zu geben.

Inspirierende Einblicke

Aus allen Bundesländern wurden Strategien und konkrete Vorhaben zur Verbesserung der Auen präsentiert. Darüber hinaus beleuchteten verschiedene Vorträge das Thema Flussrevitalisierung aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln:

Klaus Michor, Gründer von Revital und Pionier der österreichischen Flussrenaturierung, gab praxisnahe Einblicke in die technische Umsetzung von Revitalisierungsprojekten.

Susanne Muhar, ehemalige Professorin an der BOKU Wien und Mitherausgeberin eines Buches über die Isel, begeisterte mit einem emotionalen Vortrag über die tiefe Verbindung zwischen Menschen und Flüssen.

Johann Nesweda, Leiter der IRIS Pilotmaßnahme an der Pielach, zeigte, wie der Fluss dank gezielter Maßnahmen Schritt für Schritt zu einem lebendigen Gebirgsbach wird, der sich im Unterlauf als mäandrierender Alpenfluss fortsetzt.

Auf den Spuren des Wassers

Der zweite Teil des Treffens führte die Teilnehmenden direkt ans Wasser: Von der weitgehend naturbelassenen Isel bis zu den weitläufigen Revitalisierungsflächen der Oberen Drau konnten die Teilnehmenden selbst spüren, was diese beiden Flusslandschaften so besonders macht.

Zwei Vorträge direkt am Fluss machten die Eindrücke noch greifbarer.

Walter Hopfgartner, langjähriger Wasserbau-Verantwortlicher im Bezirk Lienz, schilderte eindrucksvoll den Wandel vom harten Verbau hin zum modernen Flussraummanagement.

Klaus Krainer von der Arge Naturschutz und dem Naturschutzbund Kärnten zeigte anhand der Drau die enorme Bedeutung von Fluss-Aufweitungen für den regionalen Arten- und Lebensraumschutz.

Bei der Exkursion wurde Immer wieder spürbar, dass die Natur sich ihren Raum zurückerobert, wenn man sie lässt. Ein besonders schönes Beispiel dafür ist die Deutsche Tamariske: Die seltene Pionierpflanze gilt als Indikator für intakte Wildfluss-Lebensräume und begleitete die Gruppe auf Schritt und Tritt.

Fazit: Hochwasserschutz und Naturschutz Hand in Hand

Das Treffen in Lienz hat einmal mehr gezeigt: Wenn wir Flüssen wieder mehr Raum geben, schützen wir nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen, die entlang der Flüsse leben. Hochwasserschutz und Naturschutz gehen dabei Hand in Hand.

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