Auch unsere Flüsse stehen unter massivem Hitzestress
Auch unsere Flüsse stehen unter massivem Hitzestress
Die Hitze ist in Mitteleuropa angekommen. Für viele Menschen bedeutet das Hitzestress. Für unsere Flüsse bedeutet es weniger Wasser, höhere Temperaturen und weniger Sauerstoff. In mehreren Regionen Österreichs wurde in den vergangenen Tagen über trockengefallene Bäche, niedrige Wasserstände und Fischsterben berichtet. Besonders dramatisch ist die Situation dort, wo kleinere Flüsse kaum noch Wasser führen oder abschnittsweise ganz trockenfallen. Insbesondere in Regulierungsstrecken mit wenig bewuchs kommen unnatürlich hohe Wassertemperaturen hinzu. Was für uns als Sommerhitze spürbar ist, wird unter Wasser rasch zur Überlebensfrage. Besonders dramatisch ist die Situation an der Mattig in Oberösterreich, aber auch Bereiche des LIFE IRIS Pilotgewässers Pielach sind betroffen, wie Bilder mit verendeten Huchen zeigen.
Warmes Wasser, wenig Sauerstoff
Je stärker sich Wasser erwärmt, desto weniger Sauerstoff kann es aufnehmen. Gleichzeitig steigt bei vielen Wasserlebewesen der Sauerstoffbedarf. Fische müssen in einer Situation überleben, in der sie mehr Sauerstoff benötigen, während weniger davon verfügbar ist. Natürliche Gewässer haben unterschiedlichen Tiefen, Strömungen und Rückzugsräume. In regulierten Gewässern fehlen diese Lebensräume oftmals und Hitzeperiode werden rasch kritisch. In Kombination mit niedrigen Abflüssen verschärft sich die Situation zusätzlich. Das Wasser steht länger in flachen Bereichen, erwärmt sich stärker und verliert weiter an Sauerstoff. In Extremfällen fallen ganze Gewässerläufe trocken.
Restwasserstrecken brauchen besondere Aufmerksamkeit
Besonders sensibel sind Restwasserstrecken. Dort verbleibt unterhalb von Ausleitungen oft nur ein Teil des natürlichen Abflusses im Flussbett. Bei Trockenheit und Hitze kann das rasch zu sehr geringen Wassertiefen, höheren Temperaturen und eingeschränkter Durchgängigkeit führen. Strukturmaßnahmen sind in solchen Abschnitten daher essentiell. Gleichzeitig gilt: Gewässerstruktur kann fehlendes Wasser nicht ersetzen. Für widerstandsfähige Gewässer braucht es beides – ausreichend Wasser im Fluss und geeignete Lebensräume.
Ein Beispiel aus LIFE IRIS dafür ist die Leitha, wo in der Restwasserstrecke gezielt Strukturen geschaffen wurden: Buhnen, Totholzpakete, Kolke, Furten, Kiesbänke und eine strukturierte Niederwasserrinne. Damit entstehen vielfältigere Lebensräume in einem Abschnitt, in dem eine klassische Aufweitung wegen der geringen Wasserführung nicht sinnvoll wäre. Bei Lichtenwörth wird zudem ein Fischrettungspool erprobt. Eine tiefere Stelle im Flussbett soll Fischen in solchen Situationen zumindest vorübergehend einen Rückzugsraum bieten. Im Notfall können Fische geborgen und in wasserführende Abschnitte umgesetzt werden.
Revitalisierung und integratives Flussraummanagement muss in Anbetracht der Klimaveränderungen ein Gebot der Stunde sein!
LIFE IP IRIS: Von der Planung zur Lebensraumverbesserung
GE-RM | MONITORING | MAßNAHMEN
Revitalisierungsmaßnahmen bei LIFE-IRIS
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