Enns-Steiermark

Beschreibung des Projektgebietes

Das Projektgebiet umfasst die steirische Enns auf einer Gewässerlänge von 128 km. Es reicht von der Landesgrenze Steiermark-Salzburg bis zum Gesäuseeingang und entwässert ein Einzugsgebiet von 4 200 km².

Die größten Zubringer sind der Sölkbach, Salza, Grimmingbach, Donnersbach, Döllachbach und Phyrnbach.

Am Gesäuseeingang, in der Gemeinde Admont, wird die Spitze eines Hochwasserereignisses mit einer hundertjährlichen Eintrittswahrscheinlichkeit (HQ100) mit 730 m³/s angegeben. Das MQ beträgt hingegen nur 80 m³/s.

Die Form des Ennstals in seiner heutigen Gestalt entstand durch die erodierende Kraft der eiszeitlichen Gletscher. Im flachen Talboden bildete die Enns einen mäandrierenden Fluss, der von einer Talseite zur anderen pendelte. Im Zuge der Regulierungsmaßnahmen des 19. und 20. Jahrhunderts wurden die meisten Flussschlingen abgetrennt. Es entstandenen zahlreiche wassergefüllte Altarme, die der Verlandung preisgegeben waren.

Insgesamt 40 Durchstiche führten zu einer Verkürzung des Flusslaufs im Ausmaß von 19 km. Dies entspricht rund 13 Prozent der einstigen Flusslänge von 147 km! Gleichzeitig verlor der Flussraum rund 55 Prozent seiner Fläche und schrumpfte von einst 600 auf 270 Hektar. Rund 1 500 Hektar Feuchtwiesen wurden trockengelegt. All diese Maßnahmen dienten vorrangig der Landgewinnung zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion.

Enns-Steiermark

Beschreibung des Projektgebietes

Das Projektgebiet umfasst die steirische Enns auf einer Gewässerlänge von 128 km. Es reicht von der Landesgrenze Steiermark-Salzburg bis zum Gesäuseeingang und entwässert ein Einzugsgebiet von 4 200 km².

Die größten Zubringer sind der Sölkbach, Salza, Grimmingbach, Donnersbach, Döllachbach und Phyrnbach.

Am Gesäuseeingang, in der Gemeinde Admont, wird die Spitze eines Hochwasserereignisses mit einer hundertjährlichen Eintrittswahrscheinlichkeit (HQ100) mit 730 m³/s angegeben. Das MQ beträgt hingegen nur 80 m³/s.

Die Form des Ennstals in seiner heutigen Gestalt entstand durch die erodierende Kraft der eiszeitlichen Gletscher. Im flachen Talboden bildete die Enns einen mäandrierenden Fluss, der von einer Talseite zur anderen pendelte. Im Zuge der Regulierungsmaßnahmen des 19. und 20. Jahrhunderts wurden die meisten Flussschlingen abgetrennt. Es entstandenen zahlreiche wassergefüllte Altarme, die der Verlandung preisgegeben waren.

Insgesamt 40 Durchstiche führten zu einer Verkürzung des Flusslaufs im Ausmaß von 19 km. Dies entspricht rund 13 Prozent der einstigen Flusslänge von 147 km! Gleichzeitig verlor der Flussraum rund 55 Prozent seiner Fläche und schrumpfte von einst 600 auf 270 Hektar. Rund 1 500 Hektar Feuchtwiesen wurden trockengelegt. All diese Maßnahmen dienten vorrangig der Landgewinnung zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion.

Zum Schutz vor Hochwasserkatastrophen in den Dörfern wurden die stark geschiebeführenden nördlichen Zubringer der Enns reguliert, um so das Geschiebe zurückzuhalten. Zusammen mit der Verkürzung des Flussverlaufs der Enns führte dies zu einer starken Eintiefung der Flusssohle. Dadurch senkte sich auch der Wasserspiegel im Flussumland um bis zu drei Metern. Eine fortschreitende Entkoppelung des Flusses vom Umland ist die Folge, Feuchtlebensräume fallen zusehends trocken, viele wertvolle Lebensräume gehen verloren.

Zum Schutz vor Hochwasserkatastrophen in den Dörfern wurden die stark geschiebeführenden nördlichen Zubringer der Enns reguliert, um so das Geschiebe zurückzuhalten. Zusammen mit der Verkürzung des Flussverlaufs der Enns führte dies zu einer starken Eintiefung der Flusssohle. Dadurch senkte sich auch der Wasserspiegel im Flussumland um bis zu drei Metern. Eine fortschreitende Entkoppelung des Flusses vom Umland ist die Folge, Feuchtlebensräume fallen zusehends trocken, viele wertvolle Lebensräume gehen verloren.

Hot Spots & Highlights

Große Teile des Ennstals sind als NATURA-2000-Europaschutzgebiete ausgewiesen. Die zusammen 4 187 ha großen NATURA-2000-Europaschutzgebiete „Ennstal zwischen Liezen und Niederstuttern“, „Gersdorfer Altarm“ sowie „Pürgschachen-Moos und ennsnahe Bereiche zwischen Selzthal und dem Gesäuseeingang“ im Bezirk Liezen bildeten auch den räumlichen Rahmen des LIFE+ Projektes „Flusslandschaftsentwicklung Enns“.

Das Ennstal mit seinen weit verzweigten Seitentälern und fast unberührten Landschaftsteilen wird ganzjährig touristisch intensiv genutzt.

Handlungsbedarf

Der Nutzungsdruck auf den Talraum im Ennstal ist besonders groß. Nicht nur Siedlungs- und Industriegebiete fordern mehr Raum, auch Infrastrukturprojekte melden Begehrlichkeiten an.

Wie wichtig der Erhalt der bestehenden Überflutungsflächen ist, zeigte das Hochwasserereignis 2002. Im Bereich von Schladming entsprach die Hochwasserabflussmenge einem 100-jährlichen Ereignis, durch die vorhandenen Retentionsräume verringerte sich die Hochwasserspitze flussabwärts im Bereich von Liezen auf ein 30-jährliches Ereignis.

Schutzwasserwirtschaft und Gewässerökologie stehen vor der Herausforderung, Hochwasserschutzkonzepte für die bestehenden Siedlungs- und Industriegebiete zu entwickeln. Diese sollen nicht nur den technischen Hochwasserschutz im Auge haben, sondern auch das Entwicklungspotential des Flussraums und den Gewässerzustand berücksichtigen. Im Einzugsgebiet der steirischen Enns befinden sich Gewässerabschnitte, die den von der EU-Wasserrahmenrichtlinie geforderten guten ökologischen Zustand noch nicht erreichen.

Außerdem ist die länderübergreifende Abstimmung mit den Maßnahmen an der Salzburger Enns in Salzburg notwendig.

Ziele

Das Projekt LIFE IRIS bietet einen idealen Rahmen, um den Lebensraum Ennstal weiter zu sichern und zu verbessern. Dazu soll ein „Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzept“ (GE-RM) erstellt werden, das einerseits Hochwasserschutzkonzepte für die bestehenden Siedlungs- und Industriegebiete und Infrastruktureinrichtungen umfasst, andererseits auch auf den Gewässerzustand sowie die Natura 2000-Gebiete und deren Schutzgüter Bedacht nimmt. Durch Bürgerbeteiligung soll eine breite Akzeptanz für das GE-RM und daraus abgeleitete erste Pilotmaßnahmen erreicht werden.

Haben Sie gewusst, dass…

…der Flussraum der steirischen Enns zahlreiche Lebensräume für gefährdete und seltene Tier- und Pflanzenarten beherbergt? Hierzu zählen Auwälder, Altarmreste der Enns, in den alten Flussbetten entstandene Streuwiesen, gefährdete Arten wie der Fischotter, der Eisvogel und der Flussuferläufer, die von flusstypischen Strukturen abhängig sind, sowie Fischarten wie die Koppe, das Ukrainische Bachneunauge und die Äsche.

Ausblick und Zeitplan

Bis Ende 2021 wird das „Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzept Enns“ erstellt, das auch einen Gefahrenzonenplan umfasst. Dabei ist die Einbeziehung von Stakeholdern und Bevölkerung vorgesehen, um eine bestmögliche Identifikation mit den vorgeschlagenen Maßnahmen zu erreichen. Liegt das GE-RM-Konzept vor, folgt die Ausarbeitung von Detailprojekten für Pilotmaßnahmen, die bis Mitte 2026 realisiert werden sollen.

Ende 2021: Gewässerentwicklungs- und Risikomanagementkonzept Enns“ wird erstellt
Mitte 2026: Realisierung der Pilotmaßnahmen

LIFE IP IRIS: Enns-Steiermark Pilotgebiet

Vorstudie | GE-RM | Maßnahmen

Projektgebiet Enns-Steiermark. Eine Landkarte mit der Hervorhebung des Flusses Enns