Mehr Struktur im Fluss: Lafnitz Neudau

Im Rahmen des LIFE IP IRIS-Projekts wird in Neudau die Lafnitz wieder ein Stück natürlicher: Maßnahmen zur Verbesserung der Uferstruktur, verbesserte Durchgängigkeit für Fische und neue Strukturen im Flussbett verbessern die ökologische Qualität des Flusses. Gleichzeitig bleibt der Hochwasserschutz eine wichtige Priorität: Parallel zum IRIS-Projekt wird eine neue Hochwasserschutzanlage errichtet. Sie sorgt künftig dafür, dass rund 500 Menschen und 180 Gebäude zuverlässig vor einem sogenannten 100-jährlichen Hochwasser, also einem Hochwasser, das statistisch gesehen alle 100 Jahre auftritt, geschützt sind.

Die Maßnahmen in Neudau an der Lafnitz zeigen, wie die ökologische Aufwertung unserer Gewässer und Hochwasserschutz Hand in Hand gehen können.

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Zwischen naturnahen Mäandern und neu entstehenden Lebensräumen lässt sich die Veränderung der Lafnitz bei Neudau hautnah erleben. Auf einem Spaziergang entlang des Flusses zeigt sich, wie ein monotones Gewässer Schritt für Schritt wieder zu einem lebendigen Fluss wird. Eine Wegbeschreibung mit zusätzlichen Tipps findet ihr hier.

Die Maßnahmen an der Lafnitz bei Neudau im Überblick

Im Rahmen des IRIS-Projekts werden Maßnahmen umgesetzt, um die ökologische Qualität der Lafnitz bei Neudau zu verbessern. Neben eher kleinräumigen Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume werden auch Maßnahmen umgesetzt, die ins Gewässerumland reichen:

  • Strukturverbesserungen:

    Wechselnde Tiefe, unterschiedliche Strömungsverhältnisse und abwechslungsreiche Uferbereiche sorgen für neue Lebensräume.

  • Wiederherstellung der Durchgängigkeit:

    Entfernung oder Umgestaltung unpassierbarer Querbauwerke, um Wanderkorridore für Fische und andere Wasserlebewesen zu schaffen.

  • Abflachung und naturnahe Gestaltung der Ufer:

    Anpassung der Böschungsneigung und Entfernung von Ufersicherungen für dynamische Wasser-Land-Übergangszonen.

  • Aufwertung der Ufervegetation:

    Die Ufer werden mit passenden Gehölzen bepflanzt. Damit sich die Natur hier frei entwickeln kann, werden manche Bereiche nicht mehr gemäht.

  • Anbindung eines verlandeten Altarms und Errichtung eines Auen-Tümpels:

    Die neuen Stillwasserzonen dienen als Rückzugsorte für Tiere.

Die Maßnahmen verbessern nicht nur die ökologische Qualität der Lafnitz, sondern machen den Fluss auch zu einem echten Highlight für die lokale Bevölkerung und Erholungssuchende.

Wichtig bei allen Maßnahmen: Die geplanten Eingriffe wirken sich nicht negativ auf den Hochwasserschutz aus – die Abflusskapazität des Gewässers bleibt erhalten.

Maßnahmen Lageplan

Maßnahmen Lageplan

Wieso wird die Lafnitz bei Neudau revitalisiert?

Die Lafnitz bei Neudau war lange Zeit stark reguliert – mit befestigten Ufern und wenig Raum für natürliche Dynamik. Aus dem einst lebendigen Fluss wurde ein gleichförmiges, monotones Gewässer. Damit verschwanden auch wichtige Lebensräume für Fische und andere Wasserlebewesen: Tiefe Kolke, Totholz und flache Uferzonen fehlten lange Zeit fast vollständig.

Auch der natürliche Sedimenttransport geriet durch die starke Regulierung aus dem Gleichgewicht. Erosion aus dem landwirtschaftlich geprägten Umland in Kombination mit einem Abfluss, der durch die Wasserkraftnutzung deutlich verändert wurde, führte zu großflächigen Ablagerungen von Feinsedimenten. Darunter leiden die Wasserqualität und das ökologische Gleichgewicht der Lafnitz.

Die Gewässerbewertung, die IRIS im Rahmen des GE-RM durchgeführt hat, machte deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Die Revitalisierungsmaßnahmen setzen genau hier an und tragen dazu bei, dass sich die Lafnitz wieder zu einem gesunden und lebendigen Fluss entwickeln kann.

Photocredits: Bernhard Schubert, Martin Wenk, IB Parthl

Maßnahmen in den Pilotgebieten