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Mehr InformationenZwischen Obergrafendorf und Weinburg darf die Pielach wieder freier fließen. Gezielte Aufweitungen, Sohlhebungen und neue Strukturen stärken die natürlichen Prozesse im Fluss. Flache Kiesbänke wechseln sich mit tiefen Wasserstellen, sogenannten Kolken, ab und bieten vielen Tieren wichtige Rückzugsorte. Die aktuell stark regulierte und verbaute Pielach verwandelt sich dank der Maßnahmen Schritt für Schritt wieder in das, was sie ursprünglich einmal war: ein lebendiger, rauschender Gebirgsbach, der sich in den flacheren Beckenlagen im Unterlauf (ab Prinzersdorf) als majestätisch mäandrierender Alpenfluss fortsetzt.
Die Maßnahmen, für die der Pielach-Wasserverband als Projektträger fungiert, sorgen auch für eine bessere Zugänglichkeit und Attraktivität des Gewässers. In Zukunft lädt unsere blaue Lebensader wieder dazu ein, Zeit in der Natur zu verbringen und das Wasser mit all seinen Facetten zu genießen.
Die Pielach zählt zu den wenigen Flüssen, in denen sich der stark gefährdete Huchen noch wohlfühlt. Der auch als „Donaulachs“ bekannte Raubfisch gehört zu den größten heimischen Fischarten. Historische Fänge von bis zu 1,5 Meter langen Exemplaren zeigen, welche beeindruckende Größe dieser Fisch erreichen kann. Als standorttreuer Einzelgänger verbringt er die meiste Zeit in seinem Revier – zur Laichzeit beginnt er jedoch zu wandern und legt dabei mitunter Strecken von bis zu 100 Kilometern zurück. Damit ist der Huchen auf durchgängige Flüsse besonders angewiesen.
Im Rahmen des Projekts soll der Mangel an Laichplätzen und Habitaten für Huchen behoben werden. Mit etwas Glück könnt ihr diesen beeindruckenden Fisch hier also bald wieder häufiger beobachten: ein Zeichen dafür, dass unsere Flüsse wieder lebendiger werden, Korridore für die Fischwanderung wiederhergestellt wurden und die Natur sich ihren Platz zurückerobert.
Welche Maßnahmen werden an der Pielach durchgeführt?
Zwischen Obergrafendorf und Weinburg wird sich die Pielach wieder ihrem ursprünglichen Zustand annähern. Durch die natürlichen Prozesse im Fluss kann die Pielach sich hier wieder freier bewegen und verlagern. Folgende Maßnahmen werden umgesetzt:

Maßnahmen Lageplan
Wieso sind die Maßnahmen an der Pielach wichtig?
Das LIFE IP IRIS-Projekt verfolgt das Ziel, Hochwasserschutz und ökologische Ziele miteinander zu verbinden. Mit naturbasierten Maßnahmen werden Flüsse schrittweise revitalisiert und wieder in einen naturnahen Zustand versetzt. Dadurch wird auch der Hochwasserschutz verbessert.
Unbefriedigender ökologischer Zustand
Vor rund 100 Jahren wurde die Pielach stark begradigt und reguliert. Auch wenn man heute am Ufer wieder mehr Vegetation findet, ist der ökologische Zustand im Projektgebiet nach wie vor unbefriedigend.
Der Kraftwerksbetrieb, zahlreiche unpassierbare Querbauwerke und ein monotoner Flusslauf wirken sich negativ auf die Artenvielfalt aus. Natürliche Strukturen wie tiefe Kolke, Kiesbänke, oder flache Uferzonen gibt es kaum. Insbesondere Totholz, das für viele Lebewesen wichtige Lebensräume schafft, fehlt fast vollständig. Gleichzeitig hat sich die Flusssohle im Laufe der Jahrzehnte immer weiter eingetieft. Der natürliche, kiesige Untergrund ist vielerorts verschwunden und die Pielach hat sich bereits mehrere Meter tief in das Grundgestein (Schlier/Tegel) eingegraben. Die Eintiefung des Flusses führt auch dazu, dass die angrenzenden Auwälder zunehmend austrocknen.
Heute gibt es in der Pielach für viele Fische und andere Lebewesen kaum noch geeignete Lebensräume. Laichplätze, Rückzugsorte und Futterfische, insbesondere für Raubfische wie den Huchen, fehlen.
Hinzu kommt, dass die Pielach zunehmend wärmer wird. Im Vergleich zu früher ist der Fluss heute im Schnitt rund drei Grad wärmer. Für temperatursensible Arten wie Huchen und Äsche, die kühles Wasser bevorzugen, ist das ein großes Problem.
Hochwasserschutz
Auch beim Hochwasserschutz besteht Handlungsbedarf. In einigen Abschnitten fehlen Rückhalteräume, also Flächen, auf denen sich Wasser bei Hochwasser ausbreiten kann, ohne Schaden anzurichten. An manchen Stellen liegt der Wasserspiegel bei Hochwasser sehr nah an der Uferkante. Der notwendige Sicherheitsabstand, der sogenannte „Freibord“, ist dort zu gering.
Der 1967 gegründete Pielach-Wasserverband hat es sich zu einer seiner wichtigsten Aufgaben gemacht, mit präventiven Maßnahmen sowohl den Hochwasserschutz zu verbessern als auch den ökologischen Zustand des Flusses.
Die projektumfassenden Maßnahmen verbessern sowohl den ökologischen Zustand als auch den Hochwasserschutz der Pielach. Sie tragen dazu bei, dass sich hier nicht nur Fische und andere Lebewesen im und am Wasser wohlfühlen. Auch für uns entsteht eine attraktive Flusslandschaft, die zum Erkunden und Verweilen einlädt.
Wenn ihr mehr zu den Maßnahmen an der Pielach und ihrer Bedeutung für das Pielachtal erfahren wollt, schaut euch auch den Kurzfilm der Filmchronisten an.

“Als Obmann vom Pielach-Wasserverband freue ich mich über die derzeit laufenden Renaturierungsmaßnahmen an und in der Pielach in den Gemeindegebieten von Weinburg und Obergrafendorf. Dies auch deshalb, weil sich die seinerzeitigen Regulierungen bei Hochwasserereignissen als kontraproduktiv erwiesen haben. Die leidvollen Erfahrungen des Ereignisses im September 2024 haben die Problematik wieder drastisch vor Augen geführt.
Daher bin ich nicht nur den beiden federführenden Gemeinden für ihre Initiative dankbar, sondern vor allem auch jenen Grundstückseigentümern, welche Flächen für die zur Umsetzung geplanten Maßnahmen zur Verfügung gestellt haben. Dadurch wird es möglich, unserer blauen Lebensader wieder mehr Raum zur Verfügung zu stellen, frei nach dem Motto „Besser Breitwasser als Hochwasser“. Zudem ist auch unsere Natur ein Nutznießer jener Maßnahmen, für welche der Pielach-Wasserverband als Projektträger fungiert.”
– Gottfried Auer, Obmann des Pielach Wasserverbands
Photocredits: Johann Newseda, Bernhard Schubert
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