Im Zeitraum von Oktober 2022 bis März 2023 wurde bei Gattendorf ein Teil der Leitha durch die beidseitige Wiederanbindung eines Altarms revitalisiert. Der ca. 500 Meter lange Altarm wurde in den 1970er Jahren im Zuge der Flussregulierungen abgetrennt. Er blieb jedoch weitgehend erhalten und weist natürliche unverbaute Flussufer auf – beste Voraussetzungen für die Reaktivierung des alten Flussarms.
Durch die beidseitige Wiederanbindung des Altarms wurde das alte Leithabett wiederhergestellt und die Leitha kann in diesem Bereich wieder freier fließen. Natürliche Prozesse wie Erosion (am Prallufer) und Sedimentation (am Gleitufer) sorgen für die Entstehung eines dynamischen und gesunden Flussabschnitts mit vielfältigen Lebensräumen im Wasser und an Land. Durch mosaikartige Bepflanzungsmaßnahmen wurde ein Teil der Auwälder, aber auch andere wichtige Lebensräume im Uferbereich der Leitha wiederhergestellt.
Der ehemalige Durchstich blieb als beidseitig angebundener Nebenarm erhalten und erfüllt zwei Funktionen:
- Wichtiger Gewässerlebensraum mit eingeengter reich strukturierter Niederwasserrinne: Durch die geringe Fließgeschwindigkeit bietet der ehemalige Durchstich insbesondere für Jungfische und Libellen gute Bedingungen und ist damit eine perfekte Ergänzung zum wiederangebundenen Altarm.
- Hochwasserflutmulde im Fall von Hochwasser: Bei Bedarf kann der Durchstich zusätzliches Wasser auffangen und so das Schadenspotenzial verringern.
Der Wasserverband bezeichnet die Maßnahme bei Gattendorf als sehr gelungen und bereichernd und auch bei der lokalen Bevölkerung kommt die neue Leitha sehr gut an.































