Mehr Fische für die Lafnitz
Die Revitalisierungsmaßnahmen des IRIS-Projekts an der Lafnitz sind in vollem Gange. Am 28. November 2024 fand die Spatenstichfeier statt. Die Maßnahmen verwandeln die Lafnitz entlang der steirisch-burgenländischen Grenze in Rudersdorf in einen strukturreichen und gesunden Fluss mit vielen wichtigen Lebensräumen für heimische Arten. Insbesondere für Fische, aber auch viele andere Tiere und Pflanzen werden von den Maßnahmen profitieren.
Zusätzlich zu den strukturverbessernden Maßnahmen sind auch Maßnahmen geplant, die den Hochwasserschutz verbessern und Siedlungsgebiete auch im Fall von extremen Wetterereignissen schützen.
Um die ökologische Qualität und den Hochwasserschutz an der Lafnitz zu verbessern, sind folgende Maßnahmen geplant:
Hochwasserschutz Fritzmühle:
Zum Schutz des Fritzmühlengebäudes und des dahinter liegenden Siedlungsraums ist die Errichtung eines Hochwasserschutzdammes sowie einer in das Mühlgebäude eingebundenen Hochwasserschutzmauer geplant.
Rückverlegung des bestehenden Dammes:
Um der Lafnitz einen Korridor für die eigendynamische Entwicklung zu geben, wird der bestehende Hochwasserschutzdamm zurückverlegt. Durch die Entfernung der bestehenden Ufersicherungen wird diese eigendynamische Entwicklung initiiert.
Verbesserung der Gewässerökologie:
Die Gewässerökologie wird durch strukturverbessernde Maßnahmen verbessert. Durch die Maßnahmen entstehen wichtige Schlüsselhabitate, die vor allem Fischen, aber auch anderen Tieren wie Amphibien, zugutekommen.
Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:
Anbindung eines Altarm im Bereich der Fritzmühle, wo auch durch die Mühlennutzung früher eine Tiefstelle in der Lafnitz vorhanden war.
Rückbau von Sohlschwellen und Ufersicherungen
Errichtung von Buhnen, Kolken und Furten
Anlegung von Auwäldern und waldverbessernde Maßnahmen im Uferbereich
Schaffung von drei Amphibiengewässern
Rückbau der bestehenden Wasseraufteilung
Im Maßnahmenbereich wurde früher der Abfluss der Lafnitz aufgeteilt. Eine Ausleitung mittels einem Rohr hat dazu Wasser in jenen Verlauf der Lafnitz geleitet, der früher von der Fritzmühle genutzt wurde. Diese Ausleitung wird im Rahmen des Projektes zurückgebaut. Grund hierfür ist insbesondere der zurückgehende Abfluss der Lafnitz – bedingt auch durch den Klimawandel. In abflussarmen Zeiträumen ist es aus ökologischen Gesichtspunkten kontraproduktiv, diesen geringen Abfluss auch noch aufzuteilen.
Für das Projekt sind temporäre und permanente Rodungen notwendig. Um den dauerhaften Verlust an Waldflächen auszugleichen, werden außerhalb des Projektgebiets Ersatzaufforstungen mit standorttypischen Gehölzen durchgeführt.
Maßnahmen Lageplan
Wieso sind die Revitalisierungsmaßnahmen an der Lafnitz nötig?
Das LIFE IP IRIS-Projekt zielt darauf ab, Hochwasserschutz mit ökologischen Zielen zu vereinen. Dies wird vor allem durch den Einsatz naturbasierter Maßnahmen erreicht. Im Rahmen von Flussrevitalisierungen werden daher Teile von Flüssen im IRIS-Projekt wieder ihrer natürlichen Form angenähert. Die Maßnahmen an der Lafnitz sollen neben verbessertem Hochwasserschutz vor allem dazu beitragen, dass sich die Fischpopulation in den kommenden Jahren erholen kann.
Mehr Fische in der Lafnitz
Obwohl die Lafnitz in einigen Abschnitten relativ frei fließen kann und sich mit ihren typischen Mäanderbögen durch die Landschaft schlängelt, ist ihr ökologischer Zustand vielerorts mangelhaft bis schlecht. Diese schlechte Einstufung liegt vor allem am Fehlen von Fischen, was wahrscheinlich auf einen Mangel an passenden Lebensräumen und Jungfischhabitaten zurückzuführen ist.
Durch die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Struktur der Lafnitz entstehen wichtige Lebensräume für Fische und andere Lebewesen. Dadurch kann sich die Fischpopulation in den kommenden Jahren erholen und die ökologische Qualität der Lafnitz wird verbessert.
Verbesserter Hochwasserschutz
Viele Siedlungsgebiete sind bereits durch Hochwasserschutzanlagen vor Hochwasser mit mittlerer Wahrscheinlichkeit (HQ100) geschützt. In anderen Gebieten ist die Planung solcher Anlagen bereits weit fortgeschritten. Trotzdem würden im Falle eines größeren Hochwassers in diesen Bereichen weiterhin Schäden auftreten. Durch die Maßnahmen wird sichergestellt, dass Siedlungsgebiete auch bei extremen Wetterereignissen geschützt sind.

Photocredits: Bernhard Schubert.
Maßnahmen in den Pilotgebieten
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