Resümee Vorstudie Enns – Steiermark

Ein Gespräch mit Dipl.-Ing. Heinz Peter Paar, Land Steiermark.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte hat die Vorstudie umfasst?

In der Vorstudie haben wir sektorale und organisatorische Anforderungen an das GE-RM analysiert und, wenn relevant, in Modulen festgehalten. Den Schwerpunkt der Arbeit bildete dabei einerseits die Definition der erforderlichen Datenerhebungen für die einzelnen Module, andererseits die Bewertung, ob und inwieweit die einzelnen Module für die Enns in der Steiermark relevant sind.

Welche wichtigen Erkenntnisse hat die Vorstudie erbracht? Was heißt das für das GE-RM?

Vor Beginn des GE-RM wurde für die Enns eine neue Abflussuntersuchung bzw. Gefahrenzonenplanung erstellt. Daher ist das Hochwasserrisiko im GE-RM neu zu bewerten.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist der Feststoffhaushalt, da viele Zubringer zur Enns über keinen ungestörten Geschiebetransport mehr verfügen. Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit dem forsttechnischen Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung dringend notwendig.

Auch die Bearbeitungslänge von rund 130 km stellte uns vor Herausforderungen. Das Ausmaß an Kartierungen, Begehungen und Beprobungen musste inhaltlich und finanziell in einem realistischen Rahmen bleiben.

Welche Herausforderungen und Highlights haben sich ergeben?

An der Enns wurde in den Jahren 2011 – 2015 das LIFE+ Projekt „Flusslandschaftsentwicklung Enns“ erfolgreich umgesetzt. Es hat erkennbaren Mehrwert für Tourismus und Erholung gebracht. Die Region hat dies erkannt und ist daher für gewässerökologische Maßnahmen offen. Die Frage der Grundverfügbarkeit ist im Fall der steirischen Enns ebenfalls positiv hervorzuheben, da bereits wesentliche Grundflächen für Pilotmaßnahmen zur Verfügung stehen.

Als weiteres Highlight hat sich die Zusammenarbeit mit den betroffenen Dienststellen herausgestellt, insbesondere mit dem forsttechnischen Dienst der Wildbach- und Lawinenverbauung. Auch diese Dienststelle ist an der Frage der Geschiebebewirtschaftung und des Geschiebetransportes in den von ihnen betreuten Gewässern sehr interessiert.

Mögliche Konflikte mit betroffenen Gemeinden könnten sich aus dem neuen Gefahrenzonenplan ergeben. Er bringt neue Erkenntnisse zur Gefährdung bestehender Siedlungs- und Industriestandorte.

Ausblick und Zeitplan

Der GE-RM Enns wurde gemeinsam mit dem GE-RM Lafnitz europaweit ausgeschrieben und im Juni 2020 vergeben. Der GE-RM sollte bis Mitte 2021 im Entwurf fertig sein, damit er unter Beteiligung der lokalen Gemeinden, Verbänden und Interessenten er in der Region diskutiert werden kann. Ende 2021 sollte er fertiggestellt sein, sodass mit Planungen für die Pilotmaßnahmen begonnen werden kann.

„Beginne mit dem Notwendigen, dann tue das Mögliche und plötzlich wirst Du das Unmögliche tun.“

DI Hans Peter Paar, Land Salzburg